Mittwoch, 10. November 2021

Heiliger Martin – Mensch und Legende



Martin von Tours (316/317 - 397) war der Erste, der nicht als Märtyrer, sondern als "Bekenner", allein aufgrund seines Lebenswandels, als Heiliger verehrt wurde. Er wurde als Sohn eines römischen Tribuns in Sabaria (Szombathely / Steinamanger, Ungarn) geboren. Schon als Fünfzehnjähriger Soldat in der kaiserlichen Armee, ließ er sich mit 18 Jahren taufen. Zeitweise zog er sich als Einsiedler zurück. 371 rief ihn das Volk zum Bischof von Tours (Frankreich) aus. Um 375 gründete er in der Nähe das Kloster Marmoutier als kulturelles Zentrum und zur Ausbildung von Missionaren. Er selbst reiste predigend durch Frankreich und Deutschland. Am 8. November 397 starb Martinus auf einer Pastoralreise in der Nähe von Tours.

Bekannt ist die Legende, dass er das Bischofsamt nicht annehmen wollte und schnatternde Gänse sein Versteck verrieten. Ein beliebtes Motiv der abendländischen Kunst ist die Szene der Mantelteilung: Als Soldat teilt Martin seinen Mantel mit einem Bettler, der sich in einer Vision als Jesus zu erkennen gibt.