Dienstag, 21. September 2021

Corona ist uns passiert


 A paar Gedanken

 

Unfreiwillig,

Der Politik.

Den Religionsgemeinschaften.

Der Wirtschaft.

Den pädagogischen Institutionen.

Den sozialen Dienstleistungen.

Den Gesundheitseinrichtungen.

Unserer freien Gesellschaft.

Jedem und jeder einzelnen.

Den Jüngeren und Älteren.

 

Ein kleiner Virus legt Systeme lahm.

Schau auf dich, schau auf mich.

Nur ja niemanden anstecken, schon gar nicht jemanden von den Risikogruppen.

Oma und Opa gehören da dazu und ein paar Leute aus dem Freundeskreis auch.

Die Menschen und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung schützen.

Eine gar nicht so kleine Verantwortung.

Corona hat uns verunsichert in bisher sicheren Lebensabläufen.

Und wir verzichten auf Vieles, was unser Leben lebenswert macht.

Vielleicht ist das alles ja doch eine Verschwörung gegen die Freiheitsrechte?

 

Wer ist jetzt schuld an was?

In der Ohnmacht, im Zorn und in der Verzweiflung suchen wir nach Schuldigen …

am Lockdown – weil´s Party gemacht haben oder einkaufen waren.

Wir suchen nach Schuldigen, weil ich oder ein mir nahestehender Mensch an Corona erkrankt ist und der Verlauf nicht so ein leichter ist, wie gehofft.

Bin ich schuld, weil jemand krank geworden ist? Hab ich mich doch ein Mal zu wenig desinfiziert oder falsch gehustet?

 

Alles hat seine Berechtigung: die Ohnmacht, der Zorn, der Überdruss, die Verzweiflung.

Verantwortung übernehmen für mein Denken, Fühlen und Handeln fängt bei mir an.

Und Schuldzuweisungen lenken davon ab, eigenverantwortlich mit der Situation, die ist, wie sie ist, umzugehen.

Wir alle geben unser Bestes – so gut wir können.

Wir sind keine Richter*innen und müssen auch keine sein.

Und miteinander leben ohne Barmherzigkeit und gegenseitiges Verzeihen funktioniert einfach generell nicht.