Samstag, 28. August 2021

Mittwoch, 25. August 2021

Inhalt: Menschenhandel: Zunehmende Armut gefährdet Kinder

 

Millionen Menschen werden weltweit jedes Jahr Opfer von Menschenhändlern. Etwa ein Drittel sind Kinder, die häufig aus besonders armen Familien stammen.

 

Millionen Menschen werden weltweit jedes Jahr Opfer von Menschenhändlern. Etwa ein Drittel, mehr als 1,2 Millionen, sind Kinder, die häufig aus besonders armen Familien stammen. Davon gehen Schätzungen der International Labour Organisation (ILO) und der UNICEF aus. Es ist zu befürchten, dass die COVID-19-Krise die Situation noch verschärft. 

 

„Corona brachte einen Rückschlag bei der Bekämpfung von Armut“, erklärt Reinhard Heiserer, der Geschäftsführer der österreichischen Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. „Menschen, die vor dem Nichts stehen, werden leicht zu Opfern von skrupellosen Menschenhändlern.“ Kinder landen dann als Zwangsarbeiter und -Arbeiterinnen auf Plantagen, in Minen oder in Haushalten, werden sexuell ausgebeutet und im Drogenhandel missbraucht.

 


Gerade auch junge Menschen auf der Flucht werden zu leichten Opfern für Menschenhändler. Das weiß auch die Don Bosco Schwester Maria Rohrer FMA, die seit elf Jahren in Tunesien als  Partnerin von Jugend Eine Welt tätig ist. Sie betreut Mädchen und Frauen, die dort gestrandet sind. „Viele, etwa aus der Elfenbeinküste, die hoffen, in Europa der Armut zu entkommen, werden von Menschenhändlern mit Arbeitsangeboten gelockt“, so Rohrer. „Sie landen dann in Tunesien und werden hier zu Zwangsarbeitern und –Arbeiterinnen in Haushalten oder landen in der Prostitution.“ Die Menschenhändler fordern von ihnen ihre „Kosten“ für die Reise zurück. Sie werden gezwungen, ihre vermeintlichen „Schulden“ abzuarbeiten.

 

Immer öfter würden auch Kinder zu Opfern, stellt Sr. Rohrer fest. Die Menschenhändler würden den Flüchtlingen vormachen, dass sie mit Kindern eher nach Europa kommen würden. „Kleine Kinder und sogar Babys werden daher Opfer von Menschenhandel. Wer besonders arm ist, glaubt den falschen Versprechen und hofft, dass es die Kinder weg von daheim besser haben werden.“ Am Ende landen aber auch diese jungen Menschen in der Zwangsarbeit. 

„Diese menschenverachtende Form der Kriminalität muss rigoros und auf internationaler Ebene bekämpft werden“, betont Heiserer. „Neben der akuten Corona-Nothilfe dürfen wir die langfristige Armutsbekämpfung nicht aus den Augen verlieren. Wenn man in bitterer Armut jede Perspektive verloren hat, greift man nach jedem Strohhalm. Kinder sind dann besonders gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden.“

Samstag, 21. August 2021

Dramatische Situation in Afghanistan, Haiti und Afrika

 


  • Brennpunkt Afghanistan: Die Lage bleibt dramatisch. Im Nachbarland Pakistan werden bereits 1.5 Millionen geflüchtete Menschen aus Afghanistan versorgt und unsere Partner*innen vor Ort erwarten in den kommenden Tagen weitere Hunderttausende. Wir müssen diese Menschen jetzt mit Lebensmitteln und einem Dach über dem Kopf unterstützen. Die Caritas ist schon lange in der Region vor Ort im Einsatz und arbeitet dort mit verlässlichen Partner*innen zusammen.
     
  • Brennpunkt Haiti: Am Samstag hat ein Erdbeben der Stärke 7,2 den Karibikstaat erschüttert. Fast 2.000 Tote und 10.000 Verletzte hat das Erdbeben auf Haiti gefordert. Enormer Starkregen durch einen Tropensturm erschwert die Lage für die Betroffenen, sie schlafen ohne Dach über dem Kopf. Das Gesundheitssystem ist überfordert. Die Caritas hilft bereits seit dem letzten verheerenden Erbeben von vor 10 Jahren.
     
  • Brennpunkt Afrika: Gleichzeitig droht im Südsudan, der durch die jahrzehntelangen Kriege schwer gezeichnet ist, eine Hungerkatastrophe. Tausende haben ihre Lebensgrundlage verloren und sind nun auf humanitäre Hilfe angewiesen. Naturkatastrophen wie die Überschwemmung vor 10 Tagen verschlimmern die Lage. Auch in der DR Kongo wissen viele Mütter nicht, wie sich ihre Babys und Kinder versorgen können. Unterernährung und Mangelernährung sind die dramatische Folge. Wir wollen vor Ort mit Saatgut und Werkzeugen helfen und Babys in Ernährungszentren wieder aufpäppeln!

Unsere dringende Bitte lautet deshalb: Helfen Sie uns jetzt zu helfen! Mit einer Spende für unseren Katastrophenfonds ist es uns möglich, nun rasch zu handeln!


 
Katastrophenfonds



Freitag, 20. August 2021

Hunger und Covid verschärfen Not

 690 Millionen Menschen weltweit leiden an chronischem Hunger. Das bedeutet: Hunderte Millionen Mütter und Väter wissen nicht, wie sie ihren hungernden Kindern genügend zu essen geben können und kämpfen täglich ums Überleben. Die Caritas hilft.

Konnte der globale Hunger zwischen 1990 und 2015 halbiert werden, so steigt die Zahl der hungernden Menschen jetzt wieder an. Laut UN-Welternährungsorganisation FAO könnte sich die Zahl der Menschen aufgrund der Corona-Pandemie um bis zu 132 Millionen erhöhen. Die traurige Bilanz: Jeder neunte Mensch weltweit hungert – Tendenz steigend.

Besonders in Afrika hat sich die Situation verschlimmert. Vor allem Länder südlich der Sahara, wie der Südsudan sind davon betroffen. Durch Klimawandel hervorgerufene Konflikte und Naturkatastrophen wie Dürre, Heuschreckenplagen oder Hochwasser gepaart mit der Corona-Pandemie verschärfen den Hunger.

Gemeinsam müssen wir jetzt handeln, um die schlimmste Not einzudämmen!

Die Caritas widmet der Sammlung im Sommer traditionell den Menschen in den ärmsten Regionen der Welt und der Katastrophenhilfe in Krisenzeiten. Im Rahmen dieses Gottesdienstes bitten wir auch um ihre Unterstützung für eine Zukunft ohne Hunger. Jede Spende hilft dabei, dem Hunger in den ärmsten Ländern der Welt entgegen zu wirken.

Um auf den steigenden Hunger aufmerksam zu machen, läuten

am Freitag, 30. Juli 2021, um 15 Uhr österreichweit die Kirchenglocken.

Das Läuten - zur Sterbestunde Jesu – soll Aufmerksamkeit erregen, aber auch zum Engagement gegen Hunger aufrufen. Denn es liegt in unser aller Hand den weltweiten Hunger zu beenden. Das ist ein ambitioniertes Ziel, aber es ist erreichbar! Und jede und jeder einzelne kann dazu beitragen: Etwa indem man die Caritas bei ihrer Hungerkampagne unterstützt, Informationen weiterträgt, Glocken läutet oder Spenden sammelt!


Mittwoch, 18. August 2021

Freitag, 13. August 2021

Mittwoch, 11. August 2021

Ein Missionar erzählt... Zu Fuß zu den Menschen

 Südsudan. Eine von Gewalt gebeutelte Region Afrikas und zugleich ein Land voll christlicher Hoffnung. Der Comboni-Missionar P. Gregor erzählt von seiner Arbeit.

Seit über neun Jahren lebt P. Gregor Schmidt als Comboni-Missionar beim Hirtenvolk der Nuer im Südsudan. Seine Pfarre Old Fangak liegt im „Sudd“, dem Überschwemmungsgebiet des Nils. In der Regenzeit von April bis Oktober steht ein Großteil des Landes unter Wasser. Die Region ist mit Fahrzeugen nicht erreichbar. Es gibt keine Straßen. Entweder man fährt mit einem Einbaum-Kanu, oder man geht – manchmal steht einem dabei das Wasser bis zum Hals. „Die Leute hier gehen eigentlich alles zu Fuß, und wir gehen mit ihnen“, erzählt P. Gregor. Zwei Priester sind für ein Gebiet zuständig, das so groß ist wie die halbe Steiermark.


Kultur der Hirtenvölker – Tanz und Gewalt

Sonntags kommen gut 1200 Menschen ins Pfarrzentrum von Old Fangak zum Gottesdienst. Eine Uhrzeit für den Beginn des Gottesdienstes gibt es nicht, denn es würde sich niemand daran halten. Die Ankunftsphase dauert etwa eine Stunde. Die Frühangekommenen tratschen miteinander, später probt dann der Chor für den Gottesdienst. Die Messe dauert drei Stunden. Besonders lange braucht der Gang zur Kollekte – bis 1200 Menschen bei der Kollektenbox waren, hat der Chor fünf lange Lieder gesungen. Außerdem wird nicht gegangen, sondern getanzt.

So fröhlich ein Gottesdienst klingt, so schwer ist das Leben. Der Südsudan ist eine der am wenigsten entwickelten Regionen Afrikas, die zudem den längsten Krieg des Kontinents durchlebt. Seit 1955 hat er vier Generationen von Menschen traumatisiert. Gewalt gibt es aber nicht nur durch Kriegshandlungen. Auch zwischen den Volksstämmen und innerhalb der Völker ist Gewalt an der Tagesordnung. „Jeder Mann besitzt hier eine Kalaschnikow oder andere Waffen“, erklärt P. Gregor. Traditionelle Feste werden nachts und mit Alkohol gefeiert, „da kracht es schon einmal schnell“, so der Comboni-Missionar. Es gilt das Prinzip der Blutrache. Wird ein Mensch getötet, muss er gesühnt werden. Aber es ist nicht wichtig, den Mörder zu finden. Es reicht, einen männlichen Verwandten als „Ausgleich“ zu töten, weil der Einzelne stellvertretend für die Sippe steht.

Von Feindesliebe und Gnade

Feindesliebe zu predigen ist unter diesen Umständen eine enorme Herausforderung. „Weil ich Ausländer bin, habe ich das Leiden der Nuer zu meinem eigenen Leiden gemacht und stelle keine Forderungen“, berichtet
P. Gregor. „Wir beten für die Toten und segnen die Verletzten.“ Zu gewissen Anlässen beten Nuer Fürbitten in der Sprache der Dinka (des großen Widersachers im aktuellen Bürgerkrieg), um ein Zeichen der Versöhnung zu setzen. Das kirchliche Leben ist ein Schutzraum: „Unsere aktiven Katholiken sind merklich weniger gewaltaffin als der Durchschnitt“, hält P. Gregor fest, „und wir feiern unsere Feste am Tag und ohne Alkohol, und auf Kirchengelände gilt Waffenverbot“, zählt er die Versuche auf, das Zusammenleben gewaltfreier zu gestalten.

Zusätzlich zu kulturellen Herausforderungen hat der Missionar auch mit sprachlichen Barrieren zu tun. Er spricht zwar die Sprache und es gibt auch eine Nuer-Bibel, doch viele Worte lassen sich nicht übersetzen. Nuer kennen beispielsweise kein Wort für Gnade. „Wir übersetzen Gnade derzeit aus der Not heraus mit ‚freiem Segen‘, wobei ‚frei‘ aber auch ‚wertlos‘ heißen kann“, beschreibt der Missionar die Schwierigkeiten. Es bleibt also immer noch Erklärungsbedarf.

Der Südsudan ist eine multi-ethnische Gesellschaft mit über 60 Völkern und Sprachen. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sind halb-nomadische Hirten. Die Analphabetismus-Rate liegt bei ca. 75 %. Die offizielle Amtssprache ist Englisch.

Sonntag, 8. August 2021

Kein Gnadenakt

 Vor genau 70 Jahren, am 28. Juli 1951 wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet. Und die war vielleicht noch nie so wichtig, wie heute, betont Caritas-Präsident Michael Landau ihre Relevanz.


Wie viel ist die Genfer Flüchtlingskonvention eigentlich wirklich wert? Schaut man sich die Realität - wie z. B. in Griechenland an, wo Asylverfahren für Menschen suspendiert werden, die aus Syrien, Afghanistan oder Somalia flüchten müssen, eher weniger. „Seit geraumer Zeit sind Pushbacks an den EU-Außengrenzen Realität. (...) Und nicht zuletzt laufen Überlegungen wie in Dänemark, Asylsuchende zur Bearbeitung ihrer Anträge in Drittstaaten zu überstellen, in welchen die Ressourcen möglicherweise weder für die Sicherheit noch für faire Verfahren ausreichend sind, Text und Geist der Genfer Flüchtlingskonvention zuwider", betont Landau.

„Für mich ist die Genfer Flüchtlingskonvention so etwas wie eine Magna Charta und Ausdruck sowie Lehre aus einer schmerzlich gelernten Geschichte, die sich nie mehr wiederholen darf. Sie hat den Schutz vieler Millionen Menschen ermöglicht“. Während Österreich durch die Aufnahme Geflüchteter eine internationale Verpflichtung erfüllt, verbunden mit Rechten und Pflichten, sind die aufgenommenen Menschen vielfach auch zu einem unverzichtbaren Teil der Gesellschaft geworden, so Landau aus den Erfahrungen der Caritas: „Geflüchtete Menschen, die in Österreich oder Ländern der EU ein Zuhause gefunden haben, spielen nicht nur seit langem eine wesentliche Rolle bei der Aufrechterhaltung der europäischen Wirtschaft in unterschiedlichen Sektoren wie der Gastronomie und Hotellerie, dem Bau- und Gesundheitswesen, sondern sind Teil unsere Kultur und zu NachbarInnen und oft auch FreundInnen geworden.“ Anstatt über Adaptierungen nachzudenken, oder die Konvention in Frage zu stellen, sollte es jetzt in erster Linie darum gehen, dass die Bestimmungen so umgesetzt werden, wie sie im Rahmen der Konvention beschlossen wurden.

Über 82 Millionen vertriebene Menschen

„So lange Krieg herrscht, so lange Menschen in den Herkunftsländern keinen Schutz und keine Perspektive finden, und so lange mit Waffenhandel viel Geld verdient wird, so lange werden Menschen sich auf den Weg machen, auch nach Europa. Wir sollten in Österreich und Europa nach meiner Überzeugung noch viel deutlicher das Recht nicht fliehen zu müssen artikulieren. Und das reicht von Kriegen bis zu den dramatischen Folgen der Klimakrise“, sagt Caritas Präsident Landau. Zahlen untermauern diese Aussage: Ende 2020 galten über 82 Millionen Menschen weltweit als vertrieben – auf Grund von Verfolgung, Konflikt, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen oder anderen Ereignissen, die die öffentliche Ordnung schwerwiegend stören. 86% aller Vertriebenen werden von Entwicklungsländern beherbergt, und nur ein sehr kleiner Teil schafft es bis Europa.

Für Landau ist der Weg daher klar: Mehr globale Solidarität gegenüber den Entwicklungsländern, denn "Schutzgewährung ist kein Gnadenakt, sondern eine rechtlich verbriefte Verpflichtung der Länder. Und der Zugang zu Schutz in Österreich und in der EU muss erhalten bleiben. Die Genfer Flüchtlingskonvention ist bleibend aktuell. Und sie war vielleicht noch nie so wichtig, wie heute.“ (caritas)

Samstag, 7. August 2021

Dienstag, 3. August 2021

Sonntag, 1. August 2021