Dienstag, 18. Mai 2021

Bischof Ägidius Lehrlingsfonds – unbürokratische Hilfe für die Jugend


 

 

Um Unterstützung durch den Bischof Ägidius Lehrlingsfonds kann ab sofort angesucht werden. Folder mit weiteren Informationen liegen in den burgenländischen Berufsschulen auf
© Diözese Eisenstadt

Eisenstadt – Bischof Zsifkovics initiierte mit der Diözese Eisenstadt, in Zusammenarbeit mit der Caritas, unter dem Stichwort "Existenzsicherung" im Mai 2020 den Bischof Ägidius Lehrlingsfonds, um Jugendliche in der Ausbildung finanziell zu unterstützen. Ermöglicht wurde dies im ersten Schritt durch Spenden der Priester, Diakone, Ordensleute und hauptamtlicher MitarbeiterInnen der Diözese, die auf den Bittbrief des Bischofs ihren Beitrag leisteten. Bisher kamen bereits mehr als 35.000 Euro Spendengelder zusammen, die Lehrlingen in akuten Notlagen, als Hilfe zur Selbsthilfe zur Verfügung gestellt werden.

Netzwerk der Solidarität
Voraussetzung für den Antrag ist ein aufrechtes Lehr- oder Ausbildungsverhältnis der burgenländischen FörderbewerberInnen. Erste Ansprechpartner für den Antrag sollen die jeweilige Schulleitung und das Lehrpersonal an den Berufsschulen Eisenstadt, Pinkafeld, Mattersburg und Oberwart sein, der Antrag kann vom Lehrling selbst sowie von AusbilderInnen in den Lehrbetrieben gestellt werden.
Doch um Hilfe zu bitten fällt selten leicht, darum ist der Zugang zu und die Aufmerksamkeit von Vertrauenspersonen in den Schulen besonders bedeutsam. Die Verantwortung, Bedürfnisse oder Not anderer wahrzunehmen und entsprechend zu agieren, entspricht dem Wunsch des Bischofs: "Lehrlinge, denen Rückhalt von zu Hause und auch von anderen Stellen fehlt, möglichst unbürokratisch zu unterstützen." Zsifkovics: "Setzen wir in unserer Umgebung eine konkrete Martinstat, damit Nächstenliebe und Solidarität in unserem Land weiterleben."

Große Bandbreite möglicher Förderungen und Unterstützungen
Sei es ein Zuschuss für eine Fahrkarte, für die Anschaffung eines Fahrzeuges (Fahrrad, Moped), um zum Lehrplatz zu kommen, für eine Unterkunft, wenn die Lehrausbildung an einem anderen Ort als am Wohnort erfolgt, oder finanzielle Hilfe bei der Anschaffung von Lehr- und Lernmitteln – die Bandbreite, um für Unterstützung durch den Lehrlingsfonds anzusuchen, ist groß. Auch bei familiären Krisensituationen, sowie finanziellen Ausnahmesituationen und für Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit, oder zur Mitfinanzierung von Nachhilfeunterricht kann ein Antrag gestellt werden.

Geförderte Kleinwohnungen in Wien
Im Martinushaus in Wien bietet die Diözese Eisenstadt 27 moderne Kleinwohnungen für burgenländische Pendler, Lehrlinge und Studierende. Für diese Wohnungen stellt die Diözese eine finanzielle Unterstützung bereit. Die 18 bis 23 m2 großen, vollausgestatteten Einzimmerwohnungen, teilweise mit Blick auf den schönen Innenhof, liegen auf drei Stockwerken. Nur 50 Meter entfernt befindet sich die U-Bahn-Station Längenfeldgasse (U4/U6). Für die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel liegen diese Wohnungen äußerst günstig. Zsifkovics unterstreicht die Bedeutung des Projekts: "Wir sind stolz, mit dem neuen Haus auch soziale Verantwortung und Engagement für die Umwelt zu verbinden."

Gemeinsam Wege beschreiten
Es braucht gute Fachkräfte. Es gibt nicht nur einen Mangel an Lehrlingen sondern auch zu wenig Lehrbetriebe. Ohne ausgebildete Fachkräfte kommt das Leben zum Stillstand, ein Umdenken hat in den letzten Jahren bereits stattgefunden.
Die Kirche möchte mit den jungen Menschen gemeinsame Wege beschreiten: Jugendarbeit in den Pfarren, gemeinsame Veranstaltungen in der Diözese, österreichweit und darüber hinaus, die Lehrlingswallfahrt, gemeinsame Pilgerwege, Telefonseelsorge, Familienberatung, Gesprächsmöglichkeiten.

Caritas: Stipendium für Schüler in Ausarbeitung
Gemeinsam mit der Caritas befindet sich die Diözese Eisenstadt aktuell in der Ausarbeitung eines Stipendiums für Familien, deren finanzielle Situation es nicht erlaubt, ihr Kind in eine weiterführende Schule zu schicken. "In den Caritas Lerncafés fällt den BetreuerInnen immer wieder auf, dass Kinder sehr talentiert und begabt sind, Eltern aber sagen, dass sie sich eine höhere Schule nicht leisten können. Deshalb wollen wir ein Stipendium ins Leben rufen, das einen Schulbesuch im Gymnasium der Diözese ermöglicht und das Schulgeld übernimmt", so Melanie Balaskovics, Direktorin der Caritas Burgenland.