Sonntag, 29. November 2020

  LIVE - SSR St. Clemens

„Seid Wachsam“

(aus „Mensch sein - Gott feiern“)

Karl Valentin sagte einmal: „Heut Abend besuch ich mich. Ich hoffe, ich bin daheim!“ Ein Satz, der schmunzeln lässt und zugleich auch nachdenklich stimmt: Man kann bei sich selbst manchmal nicht zuhause sein. Wir können aber auch bei der Begegnung mit anderen „nicht zuhause“ sein.          Mit diesem Sonntag beginnt die Adventszeit. Sie stellt uns neu vor Augen: Gott selbst will in Jesus Christus bei uns ankommen. 

Aber sind wir zuhause?                                                    Sind wir richtig bei uns?                                                   Sind wir innerlich so eingestellt und bereit, dass Gott uns findet und dass wir uns durch ihn zu uns selber finden können?

Bereits die Erwartung auf Jesus erfüllt unser Leben mit Wärme und Licht 

Lesung; 1 Kor 1, 3-9

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Ich danke meinem Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, sodass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus wartet. Er wird euch auch festigen bis ans Ende, sodass ihr schuldlos dasteht am Tag unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

Segen

Gott Vater, der die Welt und die Menschen liebt, bewahre uns, Jesus, der zu uns kommt und der Zeuge der Liebe Gottes ist, begleite uns, Heiliger Geist, der uns mit dem Vater und dem Sohn verbindet, Stärke uns und mache uns wach.
Segne uns der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.



Samstag, 28. November 2020

ADVENT – ZEIT DER ANKUNFT

  Mit dem ersten Adventssonntag beginnt das neue Kirchenjahr.

Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nicht nur die vorweihnachtliche Adventszeit, sondern auch ein neues Kirchenjahr. Der Advent gilt als eine Zeit der Stille und Besinnung. Für Christen ist er die Vorbereitungszeit auf  Weihnachten. Das Wort kommt vom lateinischen "adventus" und bedeutet "Ankunft". Christen verbinden damit die Erinnerung an die Geburt Jesu in Bethlehem und das Erwarten seiner Wiederkunft am Ende der Zeit.

 

Liturgische Farbe Violett

Seinen Ausdruck in Gottesdiensten findet der Erwartungscharakter vor Weihnachten in den Lesungen. Häufig werden an den vier Adventsonntagen Texte aus dem Alten Testament verwendet, die die Ankunft des Erlösers prophezeien. Die gleiche Symbolik hat auch der Adventkranz. Die vier Kerzen symbolisieren das Kommen des "Lichts der Welt". Die Zweige immergrüner Tannen - respektive der Weihnachtsbaum - stehen für das ewige Leben.

 

Die Erwartung der Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten verbindet die Adventzeit auch mit einem Bußcharakter. Äußere Zeichen hierfür sind die violetten Messgewänder und die violetten Bänder, die sich oft an Adventkränzen finden.

 

Advent im Wandel der Jahrhunderte

Die Länge der Adventzeit hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. Während man im 5. Jahrhundert in Jerusalem nur einen einzigen Adventsonntag feierte, hat Papst Gregor der Große (590-604) die Zahl der Adventsonntage auf vier festgelegt. Die sich über vier Sonntage erstreckende Adventzeit wurde erst 1570 durch Papst Pius V. allgemein verbindlich. Nur in der Erzdiözese Mailand werden auch heute noch sechs Adventsonntage gefeiert.

 

Die jeweiligen Sonntage im Advent haben eine je eigene Bedeutung. Am 1. Advent wird die Wiederkunft Christi am Jüngsten Tag bedacht. Der zweite Adventsonntag dient der Vorbereitung auf den kommenden Erlöser. Die Gestalt Johannes des Täufers steht am dritten Adventsonntag im Mittelpunkt während der letzte Sonntag vor Weihnachten Maria gewidmet ist.

 

Im Dunkeln mit Kerzenlicht

An den Werktagen werden während der Adventszeit in vielen Pfarren die sogenannten Rohrate - Messen gefeiert. Der Name leitet sich ab von den ersten Worten des bekannten Liedes "Tauet, Himmel, den Gerechten", auf Lateinisch "Rorate caeli", ab. Die Zeit für die Gottesdienste ist der frühe Morgen, wenn es draußen noch dunkel ist. Häufig sind die Kirchenräume nur mit Kerzen erhellt.

Neues zur Renovierung der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die Renovierung in der Pfarrkirche Bad Sauerbrunn wird bald zu Ende sein. Die neuen Fenster von Künstler Wilhelm Scherübl sind eingebaut und der neue Bodenbelag bereits fertiggestellt. Durch das neue Beleuchtungssystem ist der Innenraum der Kirche viel heller. In wenigen Tagen wird die Renovierung abgeschlossen sein und wir hoffen wenn der Lockdown zu Ende ist, dass wieder alle in die Kirche eintreten können zum Gebet und um an der Hl. Messe teilzunehmen. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. 



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Sonntag, 22. November 2020

CHRISTKÖNIGSSONNTAG - LIVE / SSR St.Clemens's broadcast


Das Christkönigsfest

Ein kirchliches Fest mit politischer Bedeutung

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr hat viele Namen: evangelische Christen nennen ihn Totensonntag oder Ewigkeitssonntag, Orthodoxe begehen den Sonntag vom jüngsten Gericht – und Katholiken feiern das Christkönigsfest. Was es mit diesem Fest mit politischem Kern auf sich hat, können Sie hier nachlesen.

Christkönigssonntag - Christkönigsfest - Christus Pantokrator und das Jüngste Gericht, Mosaik im Baptisterium San Giovanni von Florenz
Was ist der Christkönigssonntag?

Das Christkönigsfest ist ein Hochfest (auch Herrenfest) im Jahreskreis der katholischen Kirche. Sein voller Name lautet »Hochfest unseres Herrn Jesus Christus, des Königs des Weltalls« oder »Hochfest Christus, König der Welt« (lat. »Sollemnitas Domini Nostri Iesu Christi Universorum Regis«). Seine liturgische Farbe ist weiß.

Christkönig wird sowohl in der römisch-katholischen Kirche als auch in der anglikanischen und vielen englischsprachigen lutherischen Kirchen gefeiert.

Der Christkönigssonntag gehört zu dem sogenannten Ideenfesten. Das bedeutet, dass dem Fest kein Ereignis aus dem Leben Jesu zugrunde liegt, im Mittelpunkt steht dagegen eine Glaubenswahrheit.

Wann wird Christkönig gefeiert?

Das Christkönigsfest wird jedes Jahr am Sonntag vor dem 1. Advent gefeiert. Mit diesem Hochfest endet gleichzeitig auch das katholische Kirchenjahr.

2020: 22. November

Wie ist das Christkönigsfest entstanden?

Das Christkönigsfest ist ein vergleichsweise junges Fest, es wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts eingeführt. 1925 feierte die römisch-katholische Kirche das 1600-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nicäa 325 mit einem Heiligen Jahr. Mit der Enzyklika »Quas primas« setzte Papst Pius XI. das Hochfest vom Königtum Christi in den liturgischen Kalender ein.

Ursprünglich wurde das Christkönigsfest am letzten Sonntag im Oktober, direkt vor Allerheiligen gefeiert. Im Zuge der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde der Termin auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres gelegt. Damit wird nochmals deutlich, in welcher Überzeugung Christen leben und dieses Fest feiern: Jesus Christus ist der Herr über Raum und Zeit, er ist der Maßstab allen Handelns.

Historischer Hintergrund

Als Papst Pius XI. 1925 das Hochfest von der Königsherrschaft Jesu einführte, befand sich die Welt im politischen Umbruch: der Erste Weltkrieg und seine Folgen waren immer noch präsent und überall in Europa hatten jahrhundertealte Monarchien ihre Macht verloren und wurden von Demokratien abgelöst.

Um dem gesellschaftlichen und politischen Wandel und dem Laizismus, der Trennung von Kirche und Staat, entgegenzuwirken, wollte Papst Pius XI. mit diesem Fest an die Königswürde Jesu erinnern und den Menschen Orientierung für das eigene Leben geben.
Zudem hat das Fest einen endzeitlichen Charakter. Christus König wird tatsächlich über die Welt herrschen, wenn er auf die Erde zurückkehrt.

Politische Bedeutung

Schon bald nach seiner Einführung gelangte das Christkönigsfest in Deutschland zu besonderer Bedeutung. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts feierte die katholische Jugendbewegung am Sonntag nach Pfingsten, dem Dreifaltigkeitssonntag, den sogenannten Bekenntnissonntag. An diesem Tag bekannten sich die jungen Gläubigen öffentlich zu Jesus Christus.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten waren auch die katholischen Jugendverbände immer stärkeren Repressalien ausgesetzt. So durften sich die Gruppen nur noch zur rein religiösen Betätigung treffen und der Bekenntnissonntag wurde für sie wichtiger den je. Mit eigenen Uniformen, Bannern und Fahnen zeigten die Jugendlichen im Gottesdienst und bei Prozessionen ihre Zugehörigkeit zu Christus und damit gleichzeitig ihren Widerstand gegen die nationalsozialistischen Vereine und Verbände.

1935 jedoch wurde das Reichssportfest auf den Sonntag nach Pfingsten gelegt und den jungen Christen die Möglichkeit genommen, den Bekenntnissonntag zu feiern. Als Alternativtermin wählten sie deshalb das Christkönigsfest Ende Oktober. 
Dieser Termin hatte einen starken Symbolcharakter: mit ihrem deutlichen Bekenntnis zu Jesus Christus, dem König der Welt, erteilten sie dem Führerkult der Nationalsozialisten eine deutliche Absage.

Feiern evangelische Christen auch Christkönig?

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist in der evangelischen Kirche dem Totengedenken gewidmet. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf das Ende des Lebens, sondern auch auf das, was nach dem Tod kommt: das kommende Reich Christi, die Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott und die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten.

Wie katholische Christen an Allerheiligen und Allerseelen besuchen evangelische Christen am Ewigkeitssonntag die Gräber ihrer verstorbenen Angehörigen und schmücken die Gräber. In manchen Gemeinden ist es üblich, dass im Gottesdienst am Totensonntag die Namen der im letzten Jahr Verstorbenen verlesen und sie mit ihren Familien in die Fürbitten aufgenommen werden.




Freitag, 20. November 2020

Hier finden Sie Hinweise auf die Gottesdienstübertragungen


Liebe Schwestern und Brüder,

wie beim ersten Lockdown werden wir versuchen die kommenden zwei Sonntage die 

Heilige Messe online zu übertragen. 

Den Link werden wir um 8.45 Uhr an euch schicken. 

Es wird auch auf die Homepage gestellt. 

Die Messe beginnt um 9.00 Uhr. Wir hoffen, dass es gelingt. 

Bleibt gesund.

Im Gebet verbunden, 

Pater Kuruvila, Pater Jomon und Pater Jacob

Mittwoch, 18. November 2020

Sonntag, 15. November 2020

Kirche zieht beim Lockdown mit


Franz Lackner

Der Glaube gibt Halt und Kraft im Alltag genau so wie im Lockdown. Christliche Nächstenliebe muss sich jetzt im rücksichtsvollen Schutz der Mitmenschen, in Eigenverantwortung sowie in aufmerksamer Nähe und Hilfe für Bedürftige bewähren.

Bischofskonferenz-Vorsitzender: Ähnlich wie im Frühjahr sollen öffentliche Gottesdienste zeitlich befristet ausgesetzt werden. Kirchen und Religionsgesellschaften werden neue Vereinbarung mit Bundesregierung treffen.

"Die Katholische Kirche wird beim angekündigten Corona-Lockdown mitziehen und öffentliche Gottesdienste zeitlich befristet aussetzen." Das erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, am Samstag im Interview mit Kathpress. "Die näheren Details werden noch in Abstimmung mit den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften festgelegt, die dann wieder eine Vereinbarung mit der Regierung treffen werden", so Lackner.

Am Samstagnachmittag hat Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz einen verschärften und bis 6. Dezember zeitlich befristeten Lockdown vor allem für die Schulen und den Handel, aber auch mit Einschränkungen für das religiöse Leben angekündigt. Im Vorfeld hatte es dazu ein direktes Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz gegeben. Kurz dankte Erzbischof Lackner und den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften ausdrücklich, dass sie freiwillig öffentliche Gottesdienste aussetzen wollen. Nur mit den neuen Einschränkungen des Lockdowns könne man "die Vorweihnachtszeit und das Weihnachtsfest retten", so Kurz.

Kirchen bleiben offen
"Ähnlich wie beim Lockdown im Frühjahr werden die Kirchen für das persönliche Gebet offen bleiben", informierte Lackner über die Grundzüge der geplanten Änderungen. "Öffentliche Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen werden aber weitestgehend und zeitlich befristet ausgesetzt. Gottesdienste können dann wie im Frühjahr nur in verschlossenen Räumen und im kleinsten Kreis stellvertretend für die Gemeinde gefeiert werden." Damit sei gesichert, dass die Eucharistiefeier stattfindet und man über die Medien mitfeiern kann. Darüber hinaus sei auch im Lockdown die seelsorgliche Begleitung von Kranken und Sterbenden weiterhin möglich.
 

Regelung wird am Montag definiert

Wie der Vorsitzende der Bischofskonferenz weiter erklärte, sei diese Vorgangsweise bereits unter den Bischöfen abgesprochen. In einem nächsten Schritt werden sich die Kirchen und Religionsgesellschaften am Montag gemeinsam untereinander abstimmen und weitere Aspekte klären. Sie bilden die Grundlage für eine neue Vereinbarung mit der Bundesregierung, die den Rahmen für das religiöse Leben während des neuen Lockdowns zeitlich befristet vorgibt.

"Der Glaube gibt Halt und Kraft im Alltag genau so wie im Lockdown. Christliche Nächstenliebe muss sich jetzt im rücksichtsvollen Schutz der Mitmenschen, in Eigenverantwortung sowie in aufmerksamer Nähe und Hilfe für Bedürftige bewähren", hielt Erzbischof Lackner fest.

Für die nächsten Tage bis zum Inkrafttreten der neuen kirchlichen Vorgaben gelten die aktuellen kirchlichen Schutzmaßnahmen. Demnach ist bei Gottesdiensten in Kirchen und unter freiem Himmel ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten und ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Darüber hinaus sind weitere Schutzmaßnahmen zu beachten, die in einer Rahmenordnung der Bischofskonferenz detailliert ausgeführt sind.

15.11.2020

Freitag, 13. November 2020

Papst Franziskus - "Mit Christus können wir uns selbst und die Welt verwandeln", so Papst Franziskus.

   


Papst Franziskus - Kurzlebenslauf:



Geboren am 17. Dezember 1936

1958 Eintritt in den Jesuitenorden

1969 Weihe zum Priester

1998 Ernennung zum Erzbischof von Buenos Aires

2001 Ernennung zum Kardinal

 

13. März 2013 wurde Jorge Mario Bergoglio als erster Jesuit und Lateinamerikaner zum Papst gewählt.

 

Papst Franziskus - Sein Werdegang:


Jorge Mario Bergoglio entschloss sich mit 21 Jahren, Priester zu werden. Er trat ins Seminar Villa Devoto ein und danach ins Noviziat der Jesuiten. Nach zweijährigem Noviziat setzte er seine Studien im Juniorat der Jesuiten in Santiago de Chile fort. Er absolvierte hier ein Studium der Klassischen Disziplinen - Geschichte, Literatur, Latein und Griechisch.

Bergoglio hatte kurz als technischer Chemiker gearbeitet, bevor er ins Seminar eintrat. Von 1973 bis 1979 war er Provinzial der Jesuiten in Argentinien.

Von 1980 bis 1986 war er Rektor des "Colegio Maximo" und der Philosophisch-Theologischen Hochschule San Miguel.

Nach einem kurzem Forschungssemester in Deutschland (Frankfurt und Rothenburg) und mehreren Monaten in Buenos Aires war er bis zur Ernennung zum Weihbischof (1992) Spiritual der jesuitischen Kommunität von Cordoba.

Zum Erzbischof ernannt wurde Bergoglio 1998.

Papst Johannes Paul II. berief ihn am 21. Februar 2001 ins Kardinalskollegium.

Nach dem Tod des polnischen Papstes am 2. April 2005 galt Bergoglio als Papabile.

Er war dann von 2005 bis 2011 Vorsitzender der Argentinischen Bischofskonferenz und maßgeblicher Redakteur des Schlussdokuments der Lateinamerikanischen Bischofsversammlung in Aparecida (2007).

Mittwoch, 11. November 2020

Martin von Tours

 

Ein Blick auf Geschichte, Brauchtum und Legenden
Der Martinstag, auch Martini genannt, ist der Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Im Burgenland, wo der hl. Martin Landes- und Diözesanpatron ist, wird dieser mit einem Festtag geehrt.

Darstellung des Heiligen Martin in der Pfarrkirche St. Martin an der Raab
© kathbild.at/Franz Josef Rupprecht

Eisenstadt – Martin von Tours war der Erste, der nicht als Märtyrer, sondern als "Bekenner" allein aufgrund seines Lebenswandels als Heiliger verehrt wurde. Er wurde um das Jahr 316/317 in der Stadt Savaria, dem heutigen Szombathely (Steinamanger) geboren. Auf Wunsch seines Vaters trat er als junger Mann in die Armee ein. Mit 18 Jahren ließ er sich taufen, quittierte seinen Militärdienst und wurde Eremit. 371 wurde er auf Wunsch des Volkes zum Bischof von Tours an der Loire ernannt. Er verstarb am 8. November 397 in seiner Diözese und wurde am 11. November in Tours beigesetzt. Heute befindet sich sein Grab in der 1902 neu erbauten Martinskirche in Tours, die die alte, fünfschiffige Basilika ersetzt. Anfang des 6. Jahrhunderts, nach dem Sieg über die arianischen Westgoten (507), erhob der Frankenkönig Chlodwig den heiligen Martinus zum Schutzpatron des Frankenreiches. In der Karolingerzeit gelangte die Martinsverehrung allmählich auch nach Osten, in den heutigen burgenländisch-westungarischen Raum. Mit dem Dekret des Heiligen Stuhles vom 10. Dezember 1924 wurde die Erhebung des heiligen Martin zum burgenländischen Landespatron schließlich offiziell verkündet. Außerdem ist Sankt Martin auch Patron der Diözesen Szombathely, Mainz und Rotterdam.

Symbol christlicher Demut
Der Feiertag geht auf eine Legende aus dem Jahr 334 nach Christus zurück. Martin war als römischer Offizier in Armenien stationiert. Als er eines Tages einem frierenden Bettler begegnet, teilte er, der Offizier, kurzerhand seinen Mantel mit dem Schwert und gab dem armen Mann eine Hälfte. Des Nachts erschien ihm dann Christus im Traum, bekleidet mit dieser Hälfte seines Mantels. Durch diese barmherzige Tat ist St. Martin zu einem Symbol christlicher Demut geworden. Im Mittelalter entwickelte sich daraus eine ganze Reihe von Bräuchen, die sich bis heute erhalten haben.

Gelebtes und gefeiertes Brauchtum
Dieser "besonders volkstümliche Heilige" und einer der beliebtesten Heiligen ganz Europas, wie Kurienkardinal Koch den Heiligen Martin im Rahmen der gemeinsamen Festmesse mit Diözesanbischof Zsifkovics 2018 bezeichnete, wird in Messen mit gelebtem Brauchtum gefeiert. Dazu zählt auch das Segnen und Verteilen des Martinskipferls. Als "Heiliger für alle" bezeichnet Bischof Zsifkovics Sankt Martin, und weist so nicht nur auf die Bedeutung des burgenländischen Landespatrons, sondern auch auf das Motto der Diözese Eisenstadt im Jubiläumsjahr "Für die Menschen da" hin.

Laternenumzüge und Weinverkostung
Tief verwurzelt sind die jährlichen Martinsumzüge um den 11. November. Sie gehen auf den Lichterzug zurück, der den Verstorbenen 397 auf seinem letzten Weg begleitete. Kinder ziehen mit selbstgebastelten Laternen durch die Straßen und singen Martinslieder. Anschließend wird die Legende rund um die Mantelteilung des heiligen Martins nachgespielt und Martinswecken – aus Germteig und Rosinen gebackene Männchen – gegessen. Der Brauch an diesem Tag eine "Martinigans" zu verzehren erinnert an die Legende, wonach sich der Heilige in einem Gänsestall versteckte, um seiner Wahl zum Bischof durch das Volk zu entgehen. Die schnatternden Tiere verrieten ihn jedoch.
Eine weitere burgenländische Tradition ist das sogenannte Martiniloben. Dabei handelt es sich um einen alten Brauch der Winzer. Bis zum 11. November in etwa dauerte die Reifezeit des jungen Weißweines, erst dann überzeugten sich die Weinbauern zum ersten Mal von der Qualität ihres Weines. Diesem alten Brauch folgend öffnen heute viele Winzer um den Neusiedler See ihre Weinkeller und laden zur Weinverkostung ein.

Hauskirche Martini

 


Teilen verringert nicht, sondern vermehrt ...

Schriftstelle

Matthäus 25,35-40

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.

  

Impuls

Teilen verringert nicht, sondern vermehrt …

Das Teilen des Mantels entfacht die Wärme …
Das Teilen des Brotes erfüllt das Satt sein …
Das Teilen des Spielzeugs vergrößert die Freude …
Das Teilen von Gefühlen stärkt das Miteinander …
Das Teilen von Gedanken erschafft neue Ideen …
Das Teilen von Leid bewirkt Getragen sein …
Das Teilen von Liebe bringt neues Leben …
Das Teilen des Lebens belebt die Dankbarkeit …

© chrisgarz

Netzwerk-Gottesdienst
"Hl. Martin zu Hause feiern mit Impulsen für Kinder"


Hier können Sie den Netzwerk-Gottesdienst herunterladen.

St. Martinsfest - Live aus dem Martinsdom
Mittwoch, 11. November, 9 Uhr

www.martinus.at/live

Donnerstag, 5. November 2020

Kirchliche und kulturelle Jahreshighlights auf 2021 verschoben

 Fest der Diözese Eisenstadt zum 60-Jahr-Jubiläum 

wird auf Pfingstmontag 2021 verschoben 

 

Eisenstadt – Die kirchlichen und kulturellen Jahreshighlights im Burgenland, die für diesen Sommer geplant waren, sind wegen der Corona-Krise auf das kommende Jahr verschoben worden. Am 1. Juni hätte das Fest der Diözese Eisenstadt zum 60-Jahr-Jubiläum stattfinden sollen. Es wird auf den Pfingstmontag 2021 (24. Mai) verschoben.

 

Am 8. Juli hätte im Römersteinbruch von St. Margarethen die Premiere von Giacomo Puccinis Oper "Turandot" stattfinden sollen. Dieser Termin sowie alle weiteren Aufführungsabende werden in die Spielsaison 2021 verschoben, bereits gekaufte Karten können kostenlos umgetauscht werden.

Die Verschiebung des Eisenstädter Diözesan-Jubiläumsfestes hat Bischof Ägidius J. Zsifkovics in einem Osterbrief an die Gläubigen im Burgenland bekanntgegeben, der in der aktuellen Ausgabe der diözesanen Kirchenzeitung "martinus" erschienen ist. "Liebe Schwestern und Brüder, ich hätte Euch alle gerne heuer am Pfingstmontag, dem 1. Juni 2020, zum Jubiläum ‚60 Jahre Diözese Eisenstadt‘ als Diözesanfamilie im Schlosspark in Eisenstadt willkommen geheißen. Alle kennen wir die Umstände, warum dieses Fest verschoben werden muss. Wir werden es im kommenden Jahr am Pfingstmontag, dem 24. Mai 2021 im Schlosspark in Eisenstadt auch als Fest der gemeinsam überwundenen Krisenzeit feiern", schreibt Zsifkovics.

 

Der Eisenstädter Bischof betont, dass das Diözesanfest am 24. Mai 2021 im Schlosspark der Landeshauptstadt "auch als Fest der gemeinsam überwundenen Krisenzeit" gefeiert werden soll. Im Mittelpunkt solle die Dankbarkeit stehen. Sie gelte auch jenen, "die unsere Diözese aufgebaut, mit ihren Talenten bereichert und durch gute wie auch schwierige Zeiten bis heute in den Pfarren und Filialgemeinden mitgestaltet und mitgetragen haben".

Mittwoch, 4. November 2020

Dasein vor Gott

 Stille lass mich finden, Gott, bei dir. Atem holen will ich, ausruhn hier. Voller Unrast ist das Herz in mir, bis es Frieden findet, Gott, in dir.

Lassen will ich Hast und Eile, die mein Tagewerk bestimmen, die mich ständig weitertreiben. Innehalten will ich, rasten.

Will vergessen, was die Augen, was die Sinne überflutet,
diese Gier: Das muss ich sehen. Ruhen sollen meine Augen.

Lassen will ich alles Laute,
das Gerede und Getöne,
das Geschrei und das Gelärme. Schließen will ich Mund und Ohren.

Will vergessen meine Sorgen:
Was ist heut und was wird morgen? Ich bin ja bei dir geborgen,
du wirst allzeit für mich sorgen.

Stille lass mich finden, Gott, bei dir. Atem holen will ich, ausruhn hier. Voller Unrast ist das Herz in mir, bis es Frieden findet, Gott, in dir.



Stille lass mich finden, Lothar Zenetti; aus: Lothar Zenetti, Sieben Farben hat das Licht. Worte der Zuversicht. Matthias-Grünewald-Verlag 2006.