Dienstag, 2. Juni 2020

Für eine geistvoll erneuerte Normalität

Gemeinsamer Hirtenbrief der katholischen Bischöfe zum Pfingstfest angesichts des Weges zu einer "erneuerten Normalität" nach der entbehrungsreichen Akutphase der Corona-Krise – Richard Geier, Leiter der Pastoralen Dienste der Diözese Eisenstadt, würdigt Bedeutung des Hirtenwortes für die Pastoral durch Vermittlung neuer Wege – Zuhörende Kirche als das Gebot der Stunde.
Geisterfüllte Kreativität zur Bewältigung der Krise: 
Das Titelbild des pfingstlichen Hirtenwortes ist bereits Programm© Hans Salcher
Eisenstadt – Zum Fest des Heiligen Geistes, dem Geburtsfest der Kirche, legen Österreichs Bischöfe ein den Nöten der Zeit entsprechendes Hirtenwort vor. Darin thematisieren sie u.a. den Geist der Freude, der sich gerade in Zeiten der Verunsicherung Ausdruck in kreativen Lösungsansätzen und in der Verstärkung von Resilienz bei der Krisenbewältigung durch die Menschen schafft.

Sieben Geistesgaben für eine erneuerte NormalitätDie entbehrungsreiche Akutphase der Krise zeigte, so die Bischöfe, "dass nichts selbstverständlich ist". Das müsse zu Dankbarkeit führen, die im Hirtenwort als Königsweg zu Gott bezeichnet und weiteren Geistesgaben (wie Solidarität, Versöhnung und Zuversicht) thematisch vorangestellt wird.
In ihrem Brief erinnern die Bischöfe auch an das 25-jährige Jubiläum der EU-Mitgliedschaft und an die Bedeutung der Europäischen Union als ein über nationale Grenzen hinausgehendes Zivilisations- und Friedensprojekt.

Geier: Wort der Bischöfe regt an, Zuhören und Hauskirche neu zu entdeckenIn einer aktuellen Stellungnahme zur Corona-Situation betont Richard Geier, Leiter der Hauptabteilung Pastorale Dienste, dass auch die Pastoral vor große Herausforderungen gestellt würde. Das Wort der Bischöfe gebe in dieser Situation wertvolle Hilfestellung, um vor Ort die richtigen Wege zu entwickeln: "In unserer Diözese wollen wir offen sein für die Überraschungen des Heiligen Geistes. In einer ersten Phase wird es darum gehen, den Menschen zuzuhören, wenn sie von ihren Erfahrungen in der Corona-Krise erzählen. Eine zuhörende Kirche ist das Gebot der Stunde. Aus dem Zuhören muss ähnlich wie in der Emmauserzählung ein Mitgehen werden. Die Menschen brauchen den Dienst und die Solidarität der Kirche. In einem dritten Schritt geht es darum, neue Formen des Miteinander-Feierns zu entwickeln. Gerade in der neu entdeckten "Hauskirche" liegen viele Chancen, den Gottesdienst der Gemeinde in Zukunft zu verlebendigen. Insgesamt schenkt uns die leidvolle Krise die Gelegenheit für eine geistvolle Vertiefung unserer Seelsorge!", so Geier.
Auf diese Weise könne im Sinne des Hirtenwortes eine "geistvoll erneuerte Normalität" geschaffen werden.