Freitag, 16. Juni 2017

Erstkommunion 11. Juni 2017

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Bericht von Pia Klawatsch

Es ist Dreifaltigkeitssonntag. „Ihr braucht keine Angst zu haben“, beruhigt Pater Kuruvila die 13 Erstkommunionkinder, die wie Engel mit gefalteten Händen am Tor des Pfarrgartens stehen. Das Händefalten führt - über das Beten hinaus - zu innerer Ordnung. Gerti Ankerl hält das Tablett, von dem Pater Kuruvila schlichte Holzkreuze nimmt und sie den Kindern an einer weißen Kordel
überstreift. Die weißen Kutten, die die Kleidchen und Anzüge ablösten, sind heute kein Thema mehr.
Vom Pflanz erlöst lässt sich befreit fühlen, sowohl die Kinder als auch die Eltern und Paten. Der tiefe Sinn liegt im Erstempfang der Kommunion - Jesus in Gestalt des am Altar gebrochenen Brotes in Form der Hostie - anstatt wie bisher ein Kreuzerl auf die Stirn mit gesprochenem Segen.
Die Gestaltung des Gottesdienstes liegt zu einem großen Teil bei Barbara Klawatsch, der Religionslehrerin der Kinder, die jedem Kind seine Mitwirkung wichtig sein lässt. Die Kinder lesen tragen die Gaben zum Altar, singen ihr gemeinsames Lied, dazu gestikulierend.
„Du bist ein Ton in Gottes Melodie“ steht auf einer Merktafel vorm Altar über einer gewölbten Notenzeile, in deren 13 Notenköpfen sich jedes Kind mit seinem Porträt wiederfindet. Genau das spricht auch Pater Kuruvila in seiner kurzen und prägnanten Predigt an. Jedes Kind Gottes - dazu darf sich jeder von uns bestimmt und berufen wissen - nimmt mit seinem Sein, Tun und Wirken Anteil am Gelingen der Lebensmelodie, der Weltmusik. Wir alle zählen zu Gottes Familie. Im Bewusstsein, Musikant in Gottes Orchester zu sein, lässt uns im Sinne der Philharmonie ungeahnte Gaben zufallen und erweckt in uns verborgene Talente.
Jedem Erstkommunionkind wird mit seiner an der Osterkerze entzündeten Taufkerze eine dicke fein verzierte Kerze am Altar entflammt. Wandert der Fokus präzise in die Reihe der 13 Kerzen, brennen sie gemeinsam wie mit einer mehrzipfeligen Flamme.
Am Ende des Festgottesdienstes geht der Dank für ihr Engagement mit einem Rosenstock und mit bunten Margeriten an Barbara und die beiden Tischmütter. Pater Kuruvila verspricht den Kindern nach dem Schlusssegen und einem Erinnerungsgruppenfoto vor der Pfarrkirche eine Überraschung.
Die Fotoposition löst sich auf und Pater Kuruvila führt die Kinder rund um die
Kirche. Bin ich die Einzige, die neugierig ist wie ein Kind? Ich eile hinterher bis auf das Wiesenstück oberhalb der Pfarrkirche. Dort hat ein zweibeiniger Maulwurf bereits eine Pflanzgrube ausgehoben, in die nun gemeinsam mit den Erstkommunionkindern ein prächtiges Bäumchen mit Kugelkrone
abgesenkt und mit ein paar Schauferln Erde symbolisch gepflanzt wird. „Erstkommunion 2017“ wird auf einem Taferl stehen. „Da bekommt ihr ja im Lauf der Jahre eine Allee“, sehe ich schon jetzt.
Susanna Rathmanner schmunzelt: „Wir haben Platz genug. Wir wollen Bad Sauerbrunn begrünen.“