Freitag, 5. August 2016

Pfarrfest am 15. August

Schon im 5. Jahrhundert wurde in Jerusalem am 15. August ein Gedenktag der Gottesmutter gefeiert - im Orient als "Tag, an dem die heilige Maria entschlafen ist" - im 8. Jahrhundert fand es Eingang in Rom.

Maria wird als der ganz heile Mensch in den Himmel aufgenommen.
Menschen haben eine tiefe Sehnsucht nach Gesundheit und Heil.
Seit mehr als tausend Jahren werden in manchen Gegenden an diesem Fest Heilkräuter gesegnet. Kräuter werden gesammelt, zu Büscheln gebunden und in die Kirche zur Segnung gebracht. Zu Hause werden die Kräuter wie die Palmbuschen hinter das Kreuz oder ein Heiligenbild gesteckt.

Manche Heilkräuter werden zwischen großem Frauentag (15.8.) und kleinem Frauentag (12.9.) reif. Beim Ernten zwischen diesen Festen wurde den Heilkräutern eine besondere Wirksamkeit nachgesagt. Beliebte Kräuter waren: Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut...

Eine andere Quelle für die Kräuterweihe ist die Bibel selbst, das Buch Jesus Sirach. Die Kräuter und Gewächse in Sir 24, Lob der Weisheit, werden auf Maria, den Sitz der Weisheit übertragen. In Sir 24,11a.12-20, finden sich Zedern, Oleandersträucher, Ölbäume, Palmen, Rosen, Zimt, Myrrhe, die ebenfalls zur Kräutersegnung gebracht werden können.
Eine Legende erzählt, dass die Apostel Maria vor den Toren Jerusalems begruben. Als sie das Grab später aufsuchen, finden sie keinen Leichnam. An der Stelle des Grabes wachsen duftende Blumen und Kräuter, die einen intensiven Duft verströmen. Maria ist heimgegangen, geblieben ist der Duft ihres Lebens.
Heute könnte dieser Brauch dazu dienen, auf die in der Schöpfung vorkommenden Kräuter aufmerksam zu werden. Viele Pflanzen haben heilende Kräfte.
An diesem Tag sollten wir einmal mehr überdenken, wie wir einander durch unseren Umgang miteinander, durch unser Leben, Heilendes zuteilwerden lassen können, am Beispiel Mariens.

Kräuterbüschel für eine Kräutersegnung
Dazu verwendet man Kräuter, die in der Umgebung wachsen. Kräuterbüschel werden in der Regel aus 7 bis 9 Kräuter gebunden. Um die Königskerze (Marienkerze) werden Basilikum, Beifuß, Eisenkraut, Johanniskraut, Kamille, Schafgarbe, Tausendgüldenkraut und Rosen.
 Weitere Kräuter und ihre Verwendung
 Königskerze:
  • Sonnensymbol mit starken geistigen Heilkräften, ("Himmelsbrand").
  • Seit alters her zur Abwehr des bösen verwendet.
  • Hilft auch bei Husten.
Johanniskraut:
  • ("Christi Kreuzblut") Seit alters her zu den Sonnwend-Feiern verwendet,
  • gegen Depressionen hilfreich u. a.
Salbei:
  • Bereits im Mittelalter gegen die Pest verwendet. Heute bei Rachenproblemen und zu viel Schweiß eingesetzt.
Beifuß:
  • In der Antike bereits bei Prozessionen mitgetragen.
  • Bei überanstrengten Beinen hilfreich.
Wermut:
  • Ebenfalls in der Antike als sakrale Pflanze verwendet – magenstärkend.
Lavendel:
  • In unseren Breiten nur in Gärten wachsend. Motten vertreibend, stimmungsaufhellend und nervenstärkend.
Schafgarbe:
  • Altes Frauenheilkraut ("Venusaugenbraue"), nach dem antiken Held "Achyll" benannt. Soldatenheilkraut u. a. gegen Menstruationsbeschwerden hilfreich.
Quendel = Feldthymian:
  • Nerven- und Gedächtnis stärkend, Mut und Kraft gebend, gegen Verdauungs- und Bronchialbeschwerden.
Pfefferminze:

  • Aktivierend, erfrischend